Fotos in Mexico

Die tem pimenta-Kollektion enthält im Moment nur Sommerkleider. Die Prototypen wurden Anfang November 2017 in Indien fertiggestellt und werden im April 2018 dem Publikum präsentiert. In der Zwischenzeit müssen wir die Outfits in sommerlichem Rahmen fotografieren. Dass es in der Schweiz aber Winter ist, macht die Sache nicht ganz einfach. Glücklicherweise hatte ich geplant, meine Weihnachtsferien zusammen mit meinem Lebenspartner (der ganz zufälligerweise auch der tem pimenta Fotograf ist) in Mexiko zu verbringen. Die perfekte Gelegenheit für das Fotoshooting!

Für die Reise kommen meine kostbaren Prototypen in den Rucksack. Ich lasse sie keinen Moment aus den Augen, sei es als Handgepäck im Flugzeug oder in den zahlreichen Bussen, die wir nehmen werden, um Mexiko zu bereisen. Ich werde sie weder verlieren noch mir stehlen lassen!

Nach ein paar Tagen in Mexico finden wir den idealen Ort an der Pazifikküste, im Bundesstaat Oaxaca. Es handelt sich um Mazunte, ein kleines, malerisches Dorf mit goldenen Stränden, wo sich die Wellen des Ozeans brechen.

Aber für ein Fotoshooting braucht es Fotomodelle!! Ich beginne mit meinem Casting, einem ziemlich ungewöhnlichen Unterfangen. Während die Sonne im Zenit steht, gehe ich den Strand systematisch ab und studiere die Badenden. Ich habe meine Kollektion in nur einer Grösse mitgebracht, und muss nun die Figur der potentiellen Kandidaten richtig einschätzen. Ich überwinde meine Scheu und Verlegenheit  und stelle mein Projekt ein paar Leuten vor. Die Angesprochenen, so unvermittelt aus ihrem Sonnenbad gerissen, sind zunächst verblüfft. Dann lässt sich ein junges Paar aus Spanien davon überzeugen, am nächsten Tag am Fototermin teilzunehmen. Nun nähere ich mich einer jungen Mexikanerin. Sie wandert unter ihrem grossen Sombrero dem Strand entlang, um ihre hausgemachten Falafel in einem Korb anzubieten. Zunächst völlig überrascht bekundet Tania aber schnell Interesse an einer Teilnahme.

Nun muss der Ort des Shootings bestimmt werden. Simon und ich finden eine interessante Stelle, wo es kaum Leute hat. Wir berechnen die Zeit, um von einem Standort zum anderen zu gelangen. Wir möchten das sanfte Licht des Sonnenuntergangs nutzen und müssen daher ein zeitlich genau berechnetes Programm aufstellen. Ich posiere für die Probeaufnahmen unter dem amüsierten Blick einiger Touristen am Strand, die unsere Vorstellung von weitem beobachten …

Am Tag des geplanten Shootings müssen die gefalteten und im Rucksack zerknitterten Kleidungsstücke in Form gebracht werden. Zum Glück gibt es im Hotel ein Bügeleisen, und ich nehme die Arbeit in erdrückender Hitze in Angriff.

Dann kommt eine unangenehme Überraschung: Das Paar aus Spanien will nicht mehr mitmachen… Und wir haben nur noch wenige Stunden bis zum Start des Shootings.

Es bleibt mir nichts anderes übrig, als erneut mein Glück am Strand zu versuchen. Ein junges Paar aus Frankreich scheint mir besonders geeignet. Zuerst sind die beiden von meinem Vorschlag nicht sonderlich begeistert, aber dann erklären sich Noanne und Maxence bereit, auf das Abenteuer einzugehen.

Es ist schon fast Zeit, mit dem Shooting zu beginnen, als Tania ihre Verspätung ankündigt und Simon mich informiert, dass der ausgewählte und gestern ziemlich verlassene Strandabschnitt heute von Touristen wimmelt… Aber wir können nicht mehr zurück und versuchen, aus der Situation das Beste zu machen.

Maxence und Noanne kommen pünktlich. Klick-klack, die ersten von ein paar hundert Fotos sind geschossen. Anderthalb Stunden später haben wir alles im Kasten.

Zu Beginn ziemlich schüchtern entspannen sich unsere Eintagesmodelle langsam und haben schliesslich sogar ihren Spass an der Sache. Mit dem Reflektorschirm bewaffnet, bitte ich manchmal einige der Strandgäste, uns ein paar Meter zusätzlichen Sand zu überlassen, während Simon geduldig darauf wartet, dass sich die streunenden Hunde aus dem Bildausschnitt entfernen.

Schliesslich bin ich mit dem Ergebnis zufrieden. Unsere Gesichter sind von den letzten Sonnenstrahlen gerötet sind. Wir alle beschliessen den Tag als Touristen mit einem guten Essen und einigen „Mezcals“, und tauschen unsere Reiseerfahrungen aus.

Danke Simon, Maxence, Nonne und Tania!

repassage mazunte 1