Lucette, der ethische Wohnwagen

lucette de face

Der Food Truck ist die moderne Version der mobilen Wurst- und Zuckerwatteverkäufer, die an Jahrmärkten und Dorffesten stets und überall anzutreffen waren. In den Jahren 2010 wurde der Food Truck aus den USA importiert, der amerikanische Name blieb haften. Die funktionelle Küche auf winzigem Raum ist einfach, zweckmässig und vielseitig. Kreativität reimte sich auf Originalität. Heute ist es möglich, in Food Trucks Gerichte aus der ganzen Welt zu probieren, manchmal sogar von renommierten Köchen zubereitet.

In den USA wurden auch die ersten Fashion Trucks lanciert. Dem Trend der Mini-Restaurants folgend, präsentierten jetzt Stylisten ihre Kreationen in diesen mobilen Boutiquen, die nicht nur eine wirtschaftlich interessante Alternative zu traditionellen Verkaufslokalen darstellen, sondern auch der potentiellen Kundin, dem potentiellen Kunden im wahrsten Sinn des Wortes entgegenkommen. Es soll derzeit schon ein paar Fashion Trucks in der Schweiz geben, aber es bleibt ein innovatives Konzept mit noch bescheidener Visibilität.

Diese Argumente, nämlich Kundennähe – Budget – Originalität, haben tem pimenta bewogen, sich auf das Abenteuer des Fashion Trailers einzulassen. Warum ein Trailer und kein Truck? Lucette, wie wir unseren neuen Begleiter (unsere neue Begleiterin?) getauft haben, ist ein Rapido Klapp-Wohnwagen. Klapp-Wohnwagen? Richtig, Lucette wird ausserhalb ihrer Arbeitszeit zusammengeklappt und hat dann minimalen Platzbedarf. Ausserdem wird sie uns als Anhänger keine mechanischen Probleme bereiten, wie es motorisierte Fahrzeuge sonst so an sich haben.

Nun sind Sie entweder total überrascht vom Konzept eines klappbaren Wohnwagens, oder aber aus den Tiefen Ihrer Erinnerungen steigt ein vages Bild von Onkel Bernie auf, der in den 70-er Jahren seine gesamte Familie in einen Döschwo packte und mit einem kleinen Anhänger auf den Campingplatz in Biarritz fuhr. Dort baute er voller Stolz den letzten Schrei der modernen Campingausrüstung auf. Vor den stauenden Augen der versammelten Familie verwandelte sich der unscheinbare Anhänger in einen ausgewachsenen Wohnwagen. Oder war es Onkel Rodolphe? Egal, der Wohnwagen jedenfalls war Lucette!

Nun feierte sie im Juli ihren 40. Geburtstag, und abgesehen von einigen kaum wahrnehmbaren Falten geht es ihr ganz gut. Sie brauchte bloss (!) ein kleines Lifting und ein paar Anpassungen der Innenarchitektur, um die Verwandlung von der Camping-Königin zur Mode-Boutique zu vollziehen. (Die Do-it-yourself-Kollegen und -kolleginnen können die volle Bedeutung des obigen Ausrufezeichens würdigen. Sie sind es sich gewöhnt, eine grobe Zeitschätzung vorzunehmen, ehe ein neues Projekt in Angriff genommen wird.)

Wir hatten den Zeitaufwand auf ein intensives Wochenende veranschlagt – brauchten aber viermal soviel Zeit! Wir haben geputzt, abgeschliffen, abgeschliffen, abgeschliffen, geklebt, gemalt, Klebung entfernt, geleert, weggerissen, ersetzt, wieder geklebt, nochmals geklebt, bemalt, genäht, ausgeschnitten … bis Lucette fertig war um Sie zu treffen.

Jetzt schulden wir ihr eine kleine Party, für ihren 40sten Geburtstag, ihr Facelift und ihre professionelle Neuorientierung, nicht wahr? Wir erwarten auf Sie am 2. September im Café 1er Août in Muraz (Siders) ab 11 Uhr, um Lucette zu feiern! Lucette wird selbstverständlich da sein; tem-pimenta-Kleider werden mit 50% Rabatt verkauft und es wird um 19 Uhr sogar ein Konzert: „Mais oui Madame“, mit Alice Richtarch (Vocals), Nicolas Fardel und Greg Pittet (Guitars). Es wird ganz toll sein, genauso wie Lucette.